Vegan in Halle

Veganes Leben und Tierrechtsbewegung in Halle (Saale)

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Vom Kämpfen und Gewinnen

„Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.“ (Gandhi)

Mit der reißerischen Überschrift „Diese Lebensmittel sind Klimakiller“ wurde in den letzten Tagen in den sozialen Netzwerken eine Tatsache aufgegriffen, die eigentlich schon länger bekannt ist: Die Landwirtschaft verursacht nachweislich klimaschädliche Treibhausgasemissionen. Nahezu jeden Tag stehen die Themen Klimawandel, Fleischkonsum und Massentierhaltung zur Diskussion. Macht man in diesem Zusammenhang den Vorschlag, auf eine vegane Ernährung umzustellen, erntet man dennoch häufig Ablehnung oder wird belächelt. Die besonders geistreichen Schreiberlinge posten dann schon mal ein Steak-GIF :-\ Ihr kennt das bestimmt… manchmal kommt das Einstehen für eine vegane Lebensweise einem Kampf gleich und in diesem Zusammenhang wird gern der im Bild zitierte Spruch von Ghandi eingebracht.

Überträgt man Gandhis Zitat also mal auf unsere Situation, könnte man sich fragen, ob wir noch bei Stufe 2 sind: Die vegane Lebensweise wird häufig belächelt. Oder ist es schon Stufe 3? Das könnte auch passen, bedenkt man die Anstrengungen, mit denen Tierschutzorganisationen die Gemeinnützigkeit abzuerkennen versucht wird und Tierrechtler*innen für ihre Undercover-Recherchen bestraft werden sollen. Sind wir also auf der Stufe des Kampfes? Und was würde letztendlich „gewinnen“ in diesem Zusammenhang bedeuten?

Gandhis Zitat passt gut zur veganen Bewegung: Es gibt Mut und zeigt, dass Veränderungen ihre Zeit brauchen, oft mit Unannehmlichkeiten verbunden sind, aber sich mit Durchhaltevermögen am Ende doch alles zum Guten wendet. Andererseits entwirft der Spruch eine „Du gegen den Rest der Welt“-Mentalität und kommt ganz schön schwarz-weiß daher. Allein kann man viel schaffen – aber zusammen noch viel mehr! Und deshalb - und damit komme ich zurück zum Anfang - sind auch die reißerischsten Überschriften zu den klimaschädlichen Effekten tierischer Produkte ein positiver Schritt hin zu einer aufgeklärteren Gesellschaft. So setzt sich ein breites Publikum mit den längst bekannten Fakten auseinander, die Vorteile einer pflanzenbasierten Ernährungsweise werden ersichtlicher und die Menschen können reflektiertere und umweltbewusstere Konsumentscheidungen treffen. Natürlich reicht Aufgeklärt-sein allein nicht; ohne die nötigen Handlungen bleibt alles beim Alten. Wie viele Personen würden wohl ohne zu Zögern mit „Ja“ antworten, wenn man sie fragt, ob sie sich ein Ende von Tierquälerei und vermeidbaren Umweltschäden wünschen? Und wie viele von ihnen würden trotzdem am nächsten Tag wie gewohnt einkaufen gehen? Genau an diesem Widerspruch können wir ansetzen, die Menschen darauf hinweisen und sie zu Handlungen anregen, die nicht länger im Konflikt mit ihren Wertvorstellungen stehen. Denn das ist es, was ich letztendlich in diesem Zusammenhang auch unter „Gewinnen“ verstehe - wenn wir es schaffen, die Menschen über die Kenntnis der Fakten hinaus zu Verhaltensänderungen anzuregen, die wiederum ein Gewinn für Umwelt, Tier und Mensch sind.